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5 Bio Symposium

Green Planet

Publié le
vendredi 29 novembre 2019 à 04:00

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Endlich ist es da und bereits in der praktischen Anwendung ! Das Instrument um biologische Lebensmittel gleichberechtigt zu bewerten und damit die ungerechte Handhabung der Marktpreise, die nur die halbe Wahrheit sagen, zu neutralisieren. Die Einbeziehung aller entstehenden Produktionskosten, auch die der Kollateralschäden, bedeutet endlich, dass Biolebensmittel im Markt gerecht bewertet werden können, - wenn denn nun auch der politische Wille dazu kommt.

True-Cost-Accounting - Die wahren Kosten der Lebensmittel

Mit dieser Motivation sind einige Vorreiter des True-Cost-Accountings angetreten und halten den Akteuren, dem Handel und der Gesellschaft auf beispielhafte Weise den Spiegel vor.

Die beiden geladenen Gäste des 5. Bio Symposiums Hardy Vogtmann und Volkert Engelsman verstanden es, auf eindringliche Weise die Chancen des True-Cost-Accountings aufzuzeigen und darzulegen, wie wir damit die Möglichkeit haben unser „ver-rücktes“ Wirtschaftssystem wieder „gerade-zu-rücken“. Denn eines ist klar, Märkte sind keine Naturgesetze, sondern von Menschenhand erstellt. Damit ist klar, wer die Macht hat die Marktgesetze zu bewegen und zu ändern.

Dream – Dance – Deliver
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Volkert Engelsman stellte in seinem Vortrag die Nachhaltigkeitsziele (SDG) nach Johan Rockström (Stockholm Resilience Institute, 2019) in einem Baumdiagramm vor. Die verschiedenen Ziele werden hier in Bezug zu Planet (Deliver) an der Basis, zu den Menschen (Dance) in der Mitte und an der Spitze dem Bereich Profit/Zweck (Dream) zugeordnet. An diesem Bild wird verdeutlicht, welche Rolle der Mensch in diesem Zusammenspiel einnimmt und wo angesetzt werden kann und muss.(s.Abb.1) Noch deutlicher wird das Bild, wenn man sich an der „Donut-Theorie“ der Ökonomin Kate Raworth orientiert, die erklärt, wie ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell in Zukunft aussehen muss, wenn man die natürlichen Grenzen des Planeten nicht sprengen will. Die wachstumsbasierten Ökonomieformen sind überholt und die Politik muss anfangen diesen Fakten ins Auge zu sehen und neue Wege der „Post-Growth-Ökonomie“ zu gehen, die auf Kooperation setzt. Hardy Vogtmann betonte in seinem Vortrag die konsequente Umsetzung des Vorsorgeprinzips durch die politischen Rahmenbedingungen. Er stellte in seinem Vortrag eine Studie von Kjellingbro und Skotte (2005) vor, die die weltweiten Subventionen aus verschiedenen Bereichen aufzeigt und darstellt, inwiefern diese Subventionen schädlich für die Biodiversität sind. In der Landwirtschaft wurden 376 Mrd US Dollar an Subventionen ausbezahlt, von denen 207 schädlich für die Biodiversität waren. Die Verschlechterung der Bodenqualität verursacht EU-weit Kosten in Höhe von etwa 38 Milliarden EUR pro Jahr. Also horrende Belastungen für das Konto Boden und Natur. Es ist allerhöchste Zeit mit dem „Deliver“ anzufangen.

Die Botschaften von Vogtmann und Engelsman ergänzten sich und jeder betonte die Dringlichkeit der resilienten und ganzheitlich-gedachten Rahmenbedingungen, die die Politik endlich liefern muss.

Volkert Engelsman ging in seinem Vortrag aber noch einen Schritt weiter. Da er als Verarbeiter und Händler direkten Kontakt zum Verbraucher hat, versucht er den Verbraucher mit plakativen Beispielen und Aktionen aufzurütteln, um bei ihm ein Bewusstsein für die bestehende Problematik zu schüren. So gab es Werbe-Aktionen, die verdeutlichten, welcher Verlust von Boden, Wasser etc. mit dem Kauf verschiedener Produkte einhergeht. In der von seinem Unternehmen kreierten Nachhaltigkeitsblume wird der entstehende Verbrauch, der Verlust, die Kosten der Wiederaufbereitung, der Nutzen etc. der Lebensmittel aus den verschiedenen Anbausystemen für die Bereiche Wasser, Boden, Biodiversität usw., dargestellt. Dies ist die direkte Anwendung des True-Cost-Accountings. Er sucht die „Coalition of the willing“, die Mitläufer und Jasager des Systems bringen nämlich keine Veränderung. Das Schaffen von Bewusstsein wird zum Kernelement des Systemwechsels. Mittlerweile rückt hierbei auch der Gesundheitsgedanke vermehrt in den Vordergrund. So fragte er in Holland die Menschen, ob sie unter „Big Pharma“ leiden würden. Diese witzig anmutende Aktion mit Krankenschwestern, die im Supermarkt gesunde Biolebensmittel anbieten, ist durchaus brisant. Die Industrie, die den Agrarsektor mit Betriebsmitteln chemischer Art beliefert, ist zumeist auch diejenige, die anschließend Medikamente gewinnbringend unter die Menschheit bringt. Die Zusammenhänge sind nicht von der Hand zu weisen.

Die konsequente Umsetzung des Vorsorgeprinzips muss daher als Prämisse der Regierungen gelten. Eine autonome Landwirtschaft, die resilient und ganzheitlich-nachhaltig arbeitet, wie es die Biolandwirtschaft vormacht, ist zwar ökonomisch für diejenigen, die an der Landwirtschaft verdienen, nicht interessant, für die Ökonomie der Landwirte und die Interessen und Wohlfahrt der gesellschaftlichen Gemeinschaften in Zukunft aber unabdingbar.

„Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug“ (Hardy Vogtmann zitiert Epikur)

Bei der Podiumsdiskussion wurde die Runde der Gastredner ergänzt durch die Ministerinnen Carole Dieschbourg und Paulette Lenert, einem Vertreter der ASTA, Gerber van Vliet, sowie Blanche Weber vom Mouvement écologique. Camille Ney moderierte die Diskussion. Nach einer ersten Gesprächsrunde entstand eine interessante Diskussion mit dem Publikum, das neben Verständnisfragen auch konkrete Fragen zur Umsetzung des True-Cost-Accountings stellte. Hardy Vogtmann wünschte sich das Bewusstsein gemäß Epikur, dass genug auch einfach genug ist. Die Politik müsse den Rahmen setzen und alle machen mit, auch der Handel. Carole Dieschbourg betonte, dass das heutige System eben nicht stressresistent ist und wir gemeinsam den Mut und die Kreativität für den Systemwechsel aufbringen müssen, um eben nicht vor die besagte Mauer zu fahren. Die Projekte, die bereits auf dem Weg sind, mögen weitreichende Früchte tragen, denn darin sieht Gerber van Vliet kurzfristig wirksam werdende Potentiale. Paulette Lenert griff den angeregten Gedanken eines Pilotprojektes für Luxemburg, wie z.B. das Biosphärenreservat Rhön, als gute Idee auf, die man weiterverfolgen sollte, was vom Publikum mit Applaus bedacht wurde. Der Systemwechsel, der von vielen Seiten gefordert wird, solle nicht auf Verboten basieren. Blanche Weber wünscht sich mehr Tiefe in der Diskussion und eine gute Streitkultur. Wir sollten versuchen neue, positive Bilder zu entwerfen, die bestärken den Weg der Veränderung zu gehen. Camille Ney verstand es die verschiedenen Ansätze und neuen Ideen zu verbinden und an die Entscheidungsträger in Luxemburg als Anregung und Auftrag mitzugeben. Die Direktorin der Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg, Daniela Noesen, bedankte sich bei allen Teilnehmern und dem Publikum für die Ideen, Anregungen und den Austausch. Das 5. Bio Symposium war mit einem weiträumigen und neuen Thema, dem True-Cost-Accounting, angetreten, um auch in diesem Jahr Landwirte, Verarbeiter/Handel und Konsumenten, die Mitgestalter, zu sensibilisieren und in gemeinsame Gespräche zu bringen. Wir freuen uns jetzt schon auf die 6.Auflage des Bio Symposiums im November 2020.
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Text : Daniela Noesen, Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg asbl.
Fotos : © Emile Mentz
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