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Konferenz mit Timo Baum : digitalisierung der gesellschaft – reiner kapitalismus in grün ?

Agenda

Publié le
jeudi 16 janvier 2020 à 15:44

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Mit rasanter Geschwindigkeit macht sich die Digitalisierung breit und verändert die Welt. Hätten Sie z.B. gedacht, dass erst vor gut 10 Jahren Smartphones eingeführt wurden ? Die Digitalisierung hält Einzug in alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche, sie verändert unsere Welt. Bleibt die Frage, ob sie die Welt verbessert …

Quand : 28/01/2020 à 20h00 – 22:h00 Europe/Luxembourg
 : Hotel Parc Bellevue
Coût :Gratuit
Contact :
Site de l’évènement https://actionsolidaritetiersmonde....

/Zentrale Akteure, die die Digitalisierung vorantreiben, allen voran aus dem Sillicon Valley, verbreiten das Bild – welches gerne von Politik und Medien aufgegriffen wird – die Digitalisierung wäre quasi ein Allheilmittel um den Planeten zu retten… Energie- und Ressourceneffizienz kämen eigentlich von selbst, ohne dass unser Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell in Frage gestellt werden muss. Auch der Luxemburger Rifkin-Prozess fusste auf dieser Analyse.

Oder wie Timo Daum es ausdrückt :“Die Digitalisierung wird von Unternehmen, Regierungen, Ministerien und Medien nicht als Vehikel zur grundlegenden Veränderung des Kapitalismus gar zu dessen Überwindung gesehen. Nein, digitale Technologien sollen und werden in das bestehende System integriert. So verändert sich zwar auch das System selbst – beispielsweise wird es beschleunigt –, es wird aber nicht grundlegend anders. Die Hoffnung besteht vielerorts dennoch : Kann die Digitalisierung unsere Wirtschaft ökologisch werden lassen ? Innerhalb des kapitalistischen Wirtschaftssystems ? Mit anderen Worten : Ist die Digitalisierung das erhoffte Hilfsmittel, vom alten braunen zu einem neuen grünen Kapitalismus überzugehen ?”

Timo Daum hinterfragt sehr kritisch, inwiefern die Digitalisierung effektiv dazu taugt, eine nachhaltige Gesellschaft- und Wirtschaft zu erreichen, ohne grundsätzlich das System zu hinterfragen.

Beispiel Sillon Valley und Mobilität : “Die Unternehmen des Silicon Valley treten an, die Mobilität der Zukunft als IT-Service zu gestalten, und fordern damit die klassischen Industrien heraus. Ihre Vision ist ein ‹smarter› Verkehr, der mit Daten und Algorithmen gesteuert wird. Plattformkapitalistische Geschäftsmodelle rund um kostenlose Services und die Sammlung von Userdaten sollen die Nutzung fossiler Energieträger und den ‹dummen›, nicht vernetzten Verkehr ablösen. Die Akteure aus dem Silicon Valley versprechen uns eine smarte Zukunft, die Lösung ökologischer Probleme mithilfe von Algorithmen und Technologie, und das ganz ohne grundlegende gesellschaftliche Veränderung – ein generelles Charakteristikum der kalifornischen Ideologie. Der Einsatz von viel Kapital, gepaart mit dem Markt, soll es richten. All diesen Angeboten ist gemeinsam, dass der Zugriff auf einen Service den Besitz eines Produkts ablöst. Mit einer ‹Ökonomie des Teilens› oder ‹kollaborativem Wirtschaften› haben diese allerdings wenig zu tun – sie sind von Unternehmen betriebene neue Nutzungsformen, bei denen die Profitabilität der Plattform im Vordergrund steht. Von einer sinkenden Umweltbelastung der Städte Europas durch die Automobilflut ist allerdings noch nichts zu spüren. Im Gegenteil : Fahrten mit den neuen Flotten, insbesondere der Point-to-Point-Carsharingangebote, ersetzen eher Fahrten mit dem öffentlichen Personennahverkehr, als dass sie einen nachweisbaren Effekt auf die Anschaffung und den Betrieb von Privatfahrzeugen hätten. Das ist auch kein unerwünschter Nebeneffekt, sondern erklärtes Ziel : In einer einzigen Presseerklärung verkündete Uber, den Privatbesitz an PKWs überflüssig machen zu wollen – Traumszenario für die Verkehrswende. Im selben Atemzug drückte Ubers Chief Executive Officer Dara Khosrowshahi auch seine Absicht aus, den öffentlichen Personenverkehr durch seinen Service zu ersetzen : « Ich möchte das Bus-System für eine Stadt betreiben. »

Timo Daum wirft einen Blick auf die Funktionsprinzipien der Digitalisierungsdebatte, und inwieweit sie vor allem das heutige Gesellschafts- ud Wirtschaftsmodell verfestigen, und welches Umdenken im Konkreten erforderlich wäre.

Mehr zu Timo Daum

Timo Daum ist Hochschullehrer in den Bereichen IT, Online und digitale Wirtschaft. Er veröffentlicht zu Themen der Digitalen Ökonomie, hält Vorträge und organisiert Konferenzen und Workshops rund um Fragen des Digitalen Kapitalismus.Beim Online-Magazin DAS FILTER http://dasfilter.com/autoren/timo-daum) erscheint seit 2014 die Serie Understanding Digital Capitalism, zur Zeit mit dem Schwerpunktthema Künstliche Intelligenz.Im August 2017 ist Timo Daums Abrechnung mit dem Plattform-Kapitalismus bei der Edition Nautilus erschienen mit dem Titel “Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie”. Das Buch hat von der Friedrich-Ebert-Stiftung den Preis “Das politische Buch” 2018 erhalten. Auf der re:publica 2017 diskutierte Timo Daum zusammen mit Meera Zaremba von MeinGrundeinkommen, Magdalena Taube von der Berliner Gazette und Dmitry Kleiner über das bedingungslose Grundeinkommen und den Digitalen Kapitalismus.

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jeudi 16 janvier 2020


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